«Wissen – Können – Wollen» – Der Lehrplan 21 im Kanton Zürich

Was ist der Lehrplan 21?

Ein Lehrplan ist der Bildungsauftrag der Gesellschaft an die Volksschule. Er legt die Ziele für den Unterricht aller Stufen der Volksschule fest und ist ein Planungsinstrument für Lehrpersonen, Schulen und Bildungsbehörden.

Lehrplan 21 - Gesamtausgabe

Der Lehrplan 21 ist ein Gemeinschaftswerk der 21 deutschsprachigen Kantone. Er harmonisiert die Ziele des Unterrichts in der Volksschule über die Kantonsgrenzen hinweg. Insgesamt umfasst der Lehrplan 21 elf Schuljahre: zwei Jahre Kindergartenstufe, sechs Jahre Primarstufe sowie drei Jahre Sekundarstufe.

Der Zürcher Lehrplan 21 ist auf die spezifischen Bedürfnisse des Kantons Zürich abgestimmt. Diese Anpassung erfolgte in enger Zusammenarbeit mit den Verbänden der Lehrpersonen, Schulleitungen und Schulbehörden. Der Zürcher Lehrplan 21 löst den Lehrplan für die Volksschule von 1991 ab.

Für den Erlass und für Änderungen des Lehrplans ist der Bildungsrat, ein ausgewogen zusammengesetztes, vom Kantonsrat gewähltes Fachgremium zuständig. Der Zürcher Lehrplan 21 tritt im Schuljahr 2018/19 auf der Kindergarten- und der Primarstufe bis zur 5. Klasse und im Schuljahr 2019/20 in der 6. Klasse und auf der Sekundarstufe in Kraft.

 

Was macht den Lehrplan 21 aus?

Im Vordergrund des Lehrplans 21 steht die Harmonisierung der Ziele für die Volksschule. Für Familien mit schulpflichtigen Kindern sowie für Lehrpersonen wird es dadurch einfacher, von einem Kanton in einen anderen zu ziehen. Der Lehrplan 21 ist aber auch eine wichtige Grundlage für die Koordination der Lehrmittel und der Aus- und Weiterbildung der Lehrpersonen in allen deutsch- und mehrsprachigen Kantonen.

Der Lehrplan 21 ist zeitgemäss und aktuell. Er stützt sich auf laufende Entwicklungen in der Schule und in der Gesellschaft ab. Zum Beispiel setzt er neue Schwerpunkte in den Bereichen Medien und Informatik und Wirtschaft, Arbeit, Haushalt. Zu den wichtigsten Anpassungen gehören auch, dass der MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) gestärkt wird. Der Unterricht in der beruflichen Orientierung erhält einen hohen Stellenwert. Er begleitet die Jugendlichen in der Vorbereitung ihrer weiteren beruflichen und schulischen Laufbahn.

Der neue Lehrplan bietet eine ausgewogene Verteilung der Lektionen auf die verschiedenen Bereiche. Auf der Primarstufe beispielsweise machen Gestalten, Musik sowie Bewegung und Sport einen Anteil von 33 Prozent aus.

Was bedeutet «Kompetenzorientierung»?

Der Lehrplan 21 sieht einen kompetenzorientierten Unterricht vor. Kompetenzorientierung bedeutet, dass die Schule den Schülerinnen und Schülern nicht nur das nötige Wissen vermittelt, sondern ihnen auch beibringt, wie sie dieses Wissen anwenden können. Der kompetenzorientierte Unterricht beschreibt das heutige Lern- und Unterrichtsverständnis, das in der Aus- und Weiterbildung der Lehrpersonen seit Längerem vermittelt wird und das auch neueren Lehrmitteln zugrunde liegt. Der Kindergarten-Lehrplan ist schon heute kompetenzorientiert.