Coronavirus – Informationen für Schulen, Kitas und Heime

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Der Kanton Zürich richtet sich nach den Vorgaben des Bundes. Auf dieser Website des Bundesamts für Gesundheit (BAG) finden Sie immer die aktuellsten Informationen zur Situation, zum Umgang mit dem Coronavirus und Antworten auf die häufigsten Fragen.

Informationen für die Volksschulen

Spezifische Informationen zur Einstellung des Präsenzunterrichts, zu personalrechtlichen Fragen, Betreuung und Fernunterricht finden Sie auf der Seite des Volksschulamts:

Mittel- und Berufsfachschulen: Verzicht auf Prüfungen und Promotion

Aufgrund der ausserordentlichen Lage im Zusammenhang mit dem Coronavirus konnten verschiedene Prüfungen nicht stattfinden: 

  • Die Aufnahmeprüfung der Berufsmaturität II
  • Die Nachprüfung und die mündlichen Prüfungen der Zentralen Aufnahmeprüfung ans Gymnasium
  • Die gestalterische Aufnahmeprüfung für das Liceo Artistico.

Informationen zur Aufnahme in die Kurzgymnasien, Handelsmittelschulen und Fachmittelschulen sowie zur Zulassung zur Berufsmaturität nach Abschluss der beruflichen Grundbildung (BM 2) finden Sie in der Medienmitteilung.

Werden durch den Ausfall der mündlichen Prüfungen zusätzlich Schülerinnen und Schüler an den Gymnasien aufgenommen?

Durch den Ausfall der mündlichen Prüfung werden kantonsweit zirka 130 Schülerinnen und Schüler mehr ins Kurzgymnasium aufgenommen, die in einem regulären Jahr nicht aufgenommen worden wären. Dies entspricht vier bis fünf Schulklassen, verteilt auf den gesamten Kanton.

Die Schulen haben genug Kapazität, um diese zusätzlichen Schülerinnen und Schüler aufzunehmen.

Welche Auswirkungen haben diese Bestimmungen auf die Probezeit an den Mittelschulen?

Die neuen Bedingungen gelten für alle Schülerinnen und Schüler: Sie alle haben mehrere Wochen nicht den regulären Unterricht besuchen können, sondern wurden im Fernunterricht unterrichtet. Wie sich das konkret auf die Probezeitresultate auswirken wird, ist noch nicht abzuschätzen.

Werden an den Mittelschulen auch dieses Jahr Zeugnisse verteilt?

Am Ende des Frühlingssemesters 2020 werden alle Schülerinnen und Schüler mit dem aktuellen Promotionsstand vom Herbstsemester 2019/20 (provisorische oder definitive Aufnahme) in die nächste Klasse übertreten dürfen. Diese provisorische oder definitive Aufnahme bleibt bis zum Ende des Herbstsemesters 2020/21 bestehen. Die Zeugnisse werden entsprechend angepasst, die Details dazu derzeit geklärt und so bald als möglich mitgeteilt.

Werden die Maturitätsprüfungen stattfinden?

Diese Frage wird zurzeit noch diskutiert. Die Schweizerische Mittelschulämterkonferenz (SMAK) setzt alles daran, dass sich die Schülerinnen und Schüler der Abschlussjahrgänge auch in dieser ausserordentlichen Situation fristgemäss an den Fachhochschulen, Universitäten und eidgenössischen Hochschulen einschreiben können und ihre Maturazeugnisse termingerecht erhalten. Oberstes Ziel ist es, den freien Hochschulzugang sicherzustellen.

Betrifft die Änderung der Aufnahmebedingungen für die BM 2 auch auch die Ausrichtung Wirtschaft und Dienstleistungen, Typ Wirtschaft?

Nein. Für die Ausrichtung Wirtschaft und Dienstleistungen, Typ Wirtschaft, war bereits zuvor eine prüfungsfreie Zulassung vorgesehen. Diese Bestimmung bleibt unverändert.

Fragen und Antworten rund um das Coronavirus (COVID-19) (Stand 31.03.2020)

Der Bundesrat hat beschlossen, den Unterricht in sämtlichen Schulen in der Schweiz einzustellen. Wie lange wird diese Massnahme dauern?

Der Bundesrat hat den Präsenzunterricht in Schulen, Hochschulen und übrigen Ausbildungsstätten verboten. Dieses Verbot gilt vorerst bis am 19. April 2020.

Wieso werden die Volksschulen nicht vollständig geschlossen?

Der Präsenzunterricht am Kindergarten, der Primarschule und der Sekundarschule wird aufgrund des Bundesratsbeschlusses eingestellt. Dies umfasst sämtliche Angebote der Schule (Unterricht, Förderangebote etc.). Die Schülerinnen und Schüler bleiben wenn immer möglich zu Hause.

Für Schülerinnen und Schüler, die ausnahmsweise nicht zu Hause betreut werden können, richten die Schulen ein Betreuungsangebot ein. Es soll kein Kind unbetreut sein.

Es ist insbesondere wichtig, dass besonders vulnerable Personen wie z.B. die Grosseltern geschützt werden, indem sie nicht in die Kinderbetreuung miteinbezogen werden. Zudem muss sichergestellt werden, dass Menschen, die in Gesundheitsberufen, bei den Sicherheitsbehörden oder dem öffentlichen Verkehr arbeiten, weiterhin ihrer Arbeit nachgehen können.

Bei Kindern verläuft die Krankheit im Normalfall harmlos, sie sind im Gegensatz zur älteren Bevölkerung keine Risikogruppe.

Wie kann sichergestellt werden, dass für Kinder oder Lehrpersonen bei der Betreuung in den Volksschulen keine Ansteckungsgefahr herrscht?

Die Schulen sollen Betreuungsformen vermeiden, die einen engen Körperkontakt erfordern. Wichtig ist, dass sich die Schulen weiterhin an die Hygieneregeln des Bundesamts für Gesundheit (BAG) halten. Lehrpersonen, die nicht an die Anwesenheitspflicht gebunden sind, können zudem weitere Massnahmen befolgen wie z.B. ausserhalb der Stosszeiten pendeln, von zuhause aus arbeiten sowie Sitzungen und Konferenzen virtuell abhalten.

Schulisches Personal, das zu einer Risikogruppe zählt (Alter, Vorerkrankung usw.), ist vom aktiven Einsatz im Betreuungsangebot zu entbinden. Diese Personen arbeiten zu Hause im Rahmen ihres Berufsauftrags oder unterstützen das Betreuungsangebot im Hintergrund (zum Beispiel für Koordinationsaufgaben, Telefonate, Information und Kommunikation für die Schule).

Wer muss informiert werden, wenn ein betreutes Kind positiv auf COVID-19 getestet wurde?

Wenn Abstand und Hygienemassnahmen eingehalten werden konnten, dann ist das Risiko einer Ansteckung klein. Die Schulleitung informiert aber dennoch alle Lehrpersonen bzw. das Betreuungsteam. Personen aus der Risikogruppe (mit Vorerkrankung oder älter als 65) sollen zu Hause bleiben.

Wenn die Hygienemassnahmen und der Abstand von 2 Meter nicht eingehalten werden konnten, ist ein Ansteckungsrisiko vorhanden.

1. Die Schulleitung informiert sämtliche Eltern der betroffenen Betreuungsgruppe, dass ein bestätigter Corona-Fall aufgetreten ist.

  • Treten bei einem weiteren Kind der betroffenen Betreuungsgruppe Symptome auf, begibt sich die ganze Familie in Selbstquarantäne während 10 Tagen.
  • Gesunde Kinder ohne Symptome können weiterhin die Betreuungseinrichtung besuchen.
  • Bei Kindern mit Vorerkrankungen wie Diabetes, Immunschwäche oder Lungenproblemen soll der Kinderarzt bzw. die Kinderärztin kontaktiert werden, um das weitere Vorgehen zu besprechen.
  • Die Schulleitung informiert die Lehrpersonen bzw. das Betreuungsteam, dass ein bestätigter Corona-Fall aufgetreten ist.

2. Hat ein enger Kontakt zu einer Schülerin bzw. einem Schüler stattgefunden, kann die Schulleitung fallbezogene Massnahmen ergreifen (z.B. kann für die betroffenen Personen vorsorglich Homeoffice angeordnet werden).

  • Zeigt jemand erste Symptome, dann sind diese Person und alle mit ihr im selben Haushalt lebenden Personen zur Selbstisolation verpflichtet.

Wer muss informiert werden, wenn eine Mutter oder ein Vater positiv auf COVID-19 getestet wurden?

Die Schulärztin bzw. der Schularzt nimmt eine Risikoeinschätzung vor. Er oder sie eruiert, ob enge Kontakte mit den Lehr- bzw. Betreuungspersonen stattgefunden haben und ob die betroffenen Kinder bei Symptomausbruch noch engen Kontakt mit anderen Kindern aus der Betreuungsgruppe und aus dem Betreuungsteam hatten.

Wenn kein enger Kontakt stattgefunden hat, ist keine Information notwendig, da für niemanden Ansteckungsgefahr bestand. Die betroffene Familie muss zuhause bleiben gemäss BAG-Empfehlungen (10 Tage nach Symptombeginn sowie 48h nach Symptomende)

Wenn die Hygienemassnahmen und der Abstand von 2 Meter nicht eingehalten werden konnten, ist ein Ansteckungsrisiko vorhanden.

1. Die Schulleitung informiert sämtliche Eltern der betroffenen Betreuungsgruppe, dass ein bestätigter Corona-Fall aufgetreten ist.

  • Treten beim eigenen Kind Symptome auf, begibt sich die ganze Familie in Selbstquarantäne während 10 Tagen.
  • Gesunde Kinder ohne Symptome können weiterhin die Betreuung besuchen.
  • Bei Kindern mit Vorerkrankungen wie Diabetes, Immunschwäche oder Lungenproblemen soll der Kinderarzt bzw. die Kinderärztin kontaktiert werden, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

2. Die Schulleitung informiert die Lehrpersonen bzw. das Betreuungsteam, dass ein bestätigter Corona-Fall aufgetreten ist.

  • Hat ein enger Kontakt zu einer Schülerin bzw. einem Schüler der betroffenen Familie stattgefunden, kann die Schulleitung fallbezogene Massnahmen ergreifen (z.B. kann für die betroffenen Personen vorsorglich Homeoffice angeordnet werden). Zeigt jemand erste Symptome, dann sind diese Person und alle im selben Haushalt lebenden Personen zur Selbstisolation verpflichtet.

Wo gibt es aktuelle Informationen zum Coronavirus und zur Situation in der Schweiz?

Das Bundesamt für Gesundheitswesen informiert auf seiner Webseite immer ganz aktuell: www.bag.admin.ch

Informationen für Krippen/Kitas und Spielgruppen

Fragen und Antworten (Stand 30.03.2020)

Wer soll Krippen in der aktuellen Situation in Anspruch nehmen?

Grundsätzlich sollen Eltern, welche systemrelevanten Berufen nachgehen (Gesundheitswesen, Sicherheit etc.), die Betreuungseinrichtungen in Anspruch nehmen. Der Kanton appelliert an die Eigenverantwortung aller Eltern. Wenn immer möglich sollen Kinder zu Hause betreut werden. Damit tragen diese Eltern dazu bei, dass Plätze für jene Kinder frei bleiben, deren Eltern in Berufen arbeiten, die für das Funktionieren der Gesellschaft unerlässlich sind, oder die aus anderen zwingenden Gründen (insbesondere Kindesschutz) auf ausserfamiliäre Betreuung angewiesen sind.

Sollen Krippenbetriebe Kurzarbeit anmelden?

Das muss im Einzelfall geklärt werden werden. Weitere Informationen finden Sie beim Amt für Wirtschaft und Arbeit.

Gilt das vom Bundesrat beschlossene Versammlungsverbot auch für den Krippenbetrieb?

Ja, auch die Krippen sind von diesem Verbot betroffen. Der Bundesrat verbietet Ansammlungen mit mehr als fünf Personen namentlich auf öffentlichen Plätzen, auf Spazierwegen oder in Parkanlagen. Krippen und Tagesfamilien müssen ihren Betrieb allerdings weiterhin aufrechterhalten, um insbesondere Eltern in systemrelevanten Berufen ihren Einsatz zu ermöglichen. Dabei sollen sie die verschärften Hygiene- und Verhaltensmassnahmen befolgen (insbesondere Social Distancing zwischen den Mitarbeitenden, Eltern und fremden Kindern sowie möglichst konstante Gruppenzusammensetzungen).

Ein Mitarbeiter einer Krippe zeigt Krankheitssymptome. Ein Corona-Test wurde durchgeführt, das Resultat ist ausstehend. Wie ist vorzugehen?

Es gelten die Vorgaben des BAG:
1. Ein Mitarbeiter, der unter Verdacht steht, geht sofort nach Hause und lässt sich testen.
2. Bis zum Vorliegen des Testergebnisses bleibt dieser Mitarbeiter zuhause. Ansonsten geht der Betrieb normal weiter.
3. Ist das Testergebnis negativ, kann der Mitarbeiter wieder in der Krippe arbeiten, sobald er gesund ist.
4. Ist das Testergebnis positiv, müssen der Mitarbeiter und alle im gleichen Haushalt lebenden Personen in Quarantäne.
5. Die Eltern und die anderen Mitarbeitenden werden über den positiven Fall informiert, es soll verstärkt auf Symptome geachtet werden.
6. Auch die zuständige Aufsichtsbehörde (Gemeinde) muss in diesem Fall benachrichtigt werden.
7. Ein positiv getesteter Fall erzwingt nicht automatisch eine Schliessung der Kita, sondern ist im Einzelfall abzuklären (Ärztephon, Kantonsarzt). Er erzwingt auch nicht eine Quarantäne aller in der gleichen Kita betreuten Kinder und Mitarbeitenden.
8. Eine Krippe kann nur in Absprache mit der zuständigen Gemeinde geschlossen werden.

Darf eine Krippe schliessen wenn sie den Betrieb nicht aufrechterhalten will?

Krippen wurden in dieser ausserordentlichen Lage dazu verpflichtet, den Betrieb aufrechtzuerhalten. Eine Krippe könnte somit nur in Absprache mit der Bewilligungsbehörde (Gemeinde) geschlossen werden.

Wie gehe ich mit grossem Personalausfall in meiner Krippe um?

Die Trägerschaften sind angehalten, rechtzeitig zusätzliches Betreuungspersonal für Krankheitsvertretungen zu organisieren. Krippen/Kitas sind aufgerufen, sich gegenseitig zu unterstützen. Gefährdete Personen (Risikogruppen) sind in jedem Fall zu schützen und dürfen nicht eingesetzt werden.

Sollen zurzeit neue Kinder aufgenommen werden?

Die Krippen sollen in der aktuellen Situation primär durch Kinder von Eltern, die in systemrelevanten Berufen arbeiten, in Anspruch genommen werden. Wenn keine zwingenden Gründe vorliegen (Bedarf von Eltern die in systemrelevanten Berufen arbeiten), wird empfohlen, zurzeit keine neuen Kinder aufzunehmen.

Können Eltern, die in systemrelevanten Berufen arbeiten, spontan zusätzliche Betreuungstage in der Krippe buchen?

Diese Option muss unbedingt gewährleistet sein. Die Plätze in den Krippen sollen in erster Linie Eltern, die in systemrelevanten Berufen arbeiten, zur Verfügung gestellt werden, in dem Umfang, wie sie benötigt werden.

Dürfen Spielgruppen den Betrieb aufrechterhalten?

Gemäss dem Bundesratsbeschluss vom 16. März 2020 gehören Spielgruppen zu jenen Angeboten, die bis zum 19. April 2020 eingestellt werden müssen.

Wer kommt für den finanziellen Schaden der Krippen auf?

Der Betrieb von Krippen ist bewilligungspflichtig. Eines der Bewilligungskriterien ist die finanzielle Stabilität. Daher gehen wir davon aus, dass Krippen in der Lage sind, eine gewisse Zeit zu überbrücken, bis Hilfen der öffentlichen Hand zur Verfügung stehen.

Bund und Kanton haben die Krippen in dieser ausserordentlichen Lage dazu verpflichtet, den Betrieb aufrechtzuerhalten. Damit sind die Krippen zu einem systemrelevanten Angebot geworden. Somit ist es folgerichtig, dass die öffentliche Hand dafür sorgen muss, die Betriebe schadlos zu halten.

Wie diese finanzielle Abgeltung der Trägerschaften genau aussehen soll, wird zurzeit auf verschiedenen Ebenen (Bund, Kanton, Gemeinden) abgeklärt. Genaueres dazu wird in Kürze kommuniziert. Die angedachten Lösungen sehen vor, Trägerschaften wie auch Eltern finanziell zu entlasten.

Darf ich aus meiner Spielgruppe (Musikschule, Reitschule...) eine Krippe machen?

Krippen sind weiterhin bewilligungspflichtig. Gemeinden sind die Aufsichts- und Bewilligungsbehörden.

Weshalb erlaubt der Kanton Zürich nicht ausschliesslich Eltern, die in systemrelevanten Berufen arbeiten, ihre Kinder weiterhin in die Krippe zu schicken?

Dies liegt nicht in der Kompetenz des Kantons Zürich. Der Bund gibt klar vor, dass die Kantone Krippen nicht einfach schliessen dürfen, und nur ein minimales Angebot für Eltern in spezifischen Berufen aufrechterhalten dürfen.

Informationen für Kinder- und Jugendheime und Anbietende sozialpädagogischer Familienhilfe

Fragen und Antworten (Stand 01.04.2020)

Gibt es spezialisierte Personen bei der Gesundheitsdirektion, insbesondere zur besonderen Situation von Heimen Auskunft erteilen können?

Die Bildungsdirektion bereitet die Informationen auf dieser Website regelmässig neu auf.

Für medizinische Fragen zum Coronavirus steht das Ärztefon der Gesundheitsdirektion zur Verfügung: 0800 33 66 55.

Gibt es spezifische Merkblätter oder Weisungen für Kinder- und Jugendheime zur ausserordentlichen Corona-Situation?

Da sich die Anordnungen und Empfehlungen des BAG, der Gesundheitsdirektion und der Bildungsdirektion laufend den Gegebenheiten anpassen, werden keine Merkblätter für Kinder- und Jugendheime erstellt. Entsprechende Informationen erhalten Sie auf dieser Website sowie über regelmässig versendete Sondernewsletter.

Wie können Kinder in einer Quarantänesituation angemessen betreut werden?

Kinder, die sich in Quarantäne befinden, weil sie selber erkrankt sind oder Kontakt mit einer erkrankten Person hatten, sind nach Möglichkeit räumlich von den anderen Bewohnerinnen und Bewohnern abzugrenzen. Besuche von Eltern sind in einer Quarantänesituation nicht erlaubt. Die Kinder müssen vom Betreuungspersonal gemäss den verschärften Hygiene- und Verhaltensvorschriften betreut, gepflegt und beschäftigt werden.

Ist es möglich, dass Mitarbeitende in der Betreuung zusammen mit den betroffenen Kindern in der Institution in Quarantäne gehen?

Das AJB empfiehlt den Trägerschaften, dass die Betreuungspersonen wenn möglich weiterhin im Schichtbetrieb arbeiten und jeweils nach Ende ihrer Schicht abgelöst werden.

Sollte es sich im Ausnahmefall als mögliche Lösung herausstellen, dass Mitarbeitende gemeinsam mit den zu betreuenden Kindern in Quarantäne gehen, ist das Einverständnis der Mitarbeitenden Voraussetzung. In diesem Fall wäre darauf zu achten, dass die betroffenen Mitarbeitenden trotz Quarantäne vor Ort angemessene Ruhezeiten einhalten können.

Was passiert, wenn Jugendliche unter Quarantäne die Einrichtung verlassen?

Die Heimleitung hat dafür zu sorgen, dass Kinder und Jugendliche, die unter Quarantäne gestellt sind, diese auch einhalten. Entfernen sich betroffene Kinder oder Jugendliche aus der Einrichtung, bleibt es der Heimleitung überlassen, sich allenfalls für einen Ausschluss oder weitere Konsequenzen zu entscheiden.

Falls in einem Kinder- und Jugendheim ein am Coronavirus erkranktes Kind betreut werden muss: Wo kann das Material (Masken, Ganzkörperanzüge etc.) für das pflegende Betreuungspersonal beschafft werden?

Für entsprechendes Schutzmaterial und Anleitungen, wie dieses zu verwenden ist, wenden Sie sich bitte an den zuständigen Heimarzt resp. die zuständige Heimärztin.

Wie lauten die Empfehlungen zum Umgang mit Säuglingen und Kleinkindern?

Die Betreuung von Säuglingen und Kleinkindern ist ohne Körperkontakt undenkbar. Säuglinge und Kleinkinder gehören grundsätzlich nicht zur Risikogruppe. Jedoch ist es möglich, dass auch sie sich mit dem Virus anstecken und diesen verbreiten. Für Institutionen mit dieser Zielgruppe gilt daher: Vulnerable Betreuungspersonen sind wenn immer möglich freizustellen (vgl. Empfehlungen des BAG für die Arbeitswelt).

Wie ist einem drohenden Personalmangel zu begegnen? Was passiert, wenn aufgrund der besonderen Situation die Belegungsvorgabe nicht mehr eingehalten werden kann?

Das AJB hat am 13. März 2020 per Sondernewsletter bekannt gegeben, dass die Anforderung, wonach 2/3 bzw. 75% des betreuenden Personals eine sozialpädagogische Ausbildung vorweisen müssen, ab sofort bis auf Weiteres gelockert wird, um Engpässe in der Betreuung zu vermeiden.

Nicht nur qualitativ, sondern auch quantitativ kann der Betreuungsschlüssel womöglich nicht mehr aufrechterhalten werden. In Anbetracht der Ausnahmesituation ist das AJB darauf angewiesen, dass Heimleitungen soweit wie möglich eigenverantwortlich betriebliche Entscheide fällen. Das AJB ist unverzüglich zu informieren, wenn der Betreuungsschlüssel nicht mehr eingehalten werden kann, insbesondere, wenn die Aufrechterhaltung des Betriebs gefährdet oder nicht mehr möglich ist.

Damit der Betrieb der Kinder- und Jugendheime sichergestellt werden kann, unterstützen das Amt für Jugend und Berufsberatung (AJB) und das Volksschulamt (VSA) Kinder- und Jugendheime mit Personal. Ein Team vermittelt AJB- und VSA-Mitarbeitende für einen vorübergehenden Betreuungseinsatz in einem Kinder- oder Jugendheim. Die Vermittlungsstelle nimmt ab sofort Ihre Unterstützungswünsche entgegen.

Falls ein Kinder- und Jugendheim geschlossen werden muss: Wer ist für die Unterbringung der betroffenen Kinder und Jugendlichen verantwortlich?

Das AJB als Aufsichtsbehörde trifft die zur Schliessung eines Heims erforderlichen Anordnungen. Es unterstützt nötigenfalls die Unterbringung der Minderjährigen.

Kann ein generelles Besuchsverbot ausgesprochen werden?

Das AJB selber spricht vorläufig kein generelles Besuchsverbot für externe Besucher aus, hat aber im Sondernewsletter vom 13. März 2020 empfohlen, die Besuche von extern auf ein Minimum einzuschränken. Institutionen, die Säuglinge und Kleinkinder betreuen, empfiehlt das AJB mittlerweile, ein Besuchsverbot auszusprechen.

Die Trägerschaften können nach eigenem Ermessen weiterführende Besuchsverbote aussprechen.

Das AJB empfiehlt, auch Wochenendbesuche von Kindern und Jugendlichen bei ihren Eltern auf ein Minimum zu beschränken.

Kann das Besuchsrecht von den Institutionen eingeschränkt oder unterbunden werden, auch wenn es von der KESB angeordnet wurde?

Ja, der Schutz der Kinder und Jugendlichen sowie des Heimpersonals hat Vorrang. Eine Einschränkung von externen Besuchen sollte den betroffenen Eltern bzw. dem/der Beistand/Beiständin im Vorfeld kommuniziert werden. Verbietet eine Institution externe Besuche, so sind die Eltern und der/die Beiständ/in darüber in Kenntnis zu setzen.

Können Kinder- und Jugendheime ihre internen Schul- und Bildungsangebote weiter aufrechterhalten?

Ab sofort findet auch in Kinder- und Jugendheimen kein Präsenzunterricht mehr statt. Grundsätzlich ist zurzeit von einer Durchmischung von Gruppen abzusehen, da die Verbreitung des Virus eine solche fördern würde. Daher: Tagesstrukturen sind nur innerhalb der betrieblichen Settings bzw. der Wohngruppen und mit entsprechender sozialer Distanz durchzuführen.

Wie werden zusätzliche Personalkosten gedeckt?

Aufgrund der aktuellen Lage ist davon auszugehen, dass zusätzliche Personalkosten entstehen können. Für Kinder- und Jugendheime, die staatsbeitragsberechtigt sind, sind solche begründeten Mehrkosten anrechenbar. Bei den nichtstaatsbeitragsberechtigten Angeboten gehen solche Zusatzkosten grundsätzlich zulasten der Trägerschaft.

Dürfen Familienbesuche im Rahmen von sozialpädagogische Familienhilfen noch stattfinden?

Sozialpädagogische Familienhilfen (SPF) sind wichtige Kindesschutzmassnahmen, um problembelastete Familien in einer Krisensituation zu unterstützen und das Kindeswohl zu sichern. Insbesondere in der jetzigen ausserordentlichen Lage sind diese Familien und Kinder besonders gefährdet und auf Hilfe angewiesen. SPF sollen daher als Kindesschutzmassnahme weiter aufrechterhalten werden. Bei Familienbesuchen zuhause soll jedoch speziell auf die Einhaltung der Hygiene- und Verhaltensvorschriften (Distanz) geachtet werden. Wenn Mitarbeitende oder Familienmitglieder Krankheitssymptome aufweisen oder zur Gruppe der besonders gefährdeten Personen gehören, dürfen diese Familien nicht besucht werden. Als Alternative wird telefonischer Kontakt empfohlen.

Informationen zu Sonderpädagogik im Vor- und Nachschulbereich

Fragen und Antworten (Stand 1.04.2020)

Welche Grundsätze gelten während der ausserordentlichen Lage im Zusammenhang mit dem Coronavirus für die Leistungserbringung in der Sonderpädagogik im Vor- und Nachschulbereich?

  • Die Aufrechterhaltung des Systems hat erste Priorität. Das heisst, Abklärungsentscheide werden getroffen und Massnahmen zwar nicht im 1:1-Kontakt aber wenn immer möglich auf alternative Weise, durchgeführt. Verpasste Therapie- und Förderstunden können nach der Corona-Krise nicht nachgeholt werden.
  • Die Entwicklung von Förder- und Therapieangeboten, die telefonisch, online, mit Anschauungsmaterial, in Form von videobasierten Spiel- und Fördersequenzen, durch schriftliche Instruktion oder auf ähnliche Weise durchgeführt werden, soll unter Berücksichtigung fachlicher Standards vorangetrieben werden.
  • Die Fachpersonen der Sonderpädagogik im Vor- und Nachschulbereich unterstützen die Familien bzw. Jugendlichen primär darin, die momentane Situation gut durchzustehen, bleiben wenn möglich im Kontakt und stehen den Familien bzw. Jugendlichen für ihre Fragen im Zusammenhang mit der Therapie und Förderung zur Verfügung.
  • Falls mehrere Fachpersonen in einen Fall involviert sind, koordinieren sie die Unterstützung der Familie und sprechen die wichtigsten Förderziele auch während der Corona-Krise miteinander ab. Diese interdisziplinäre Zusammenarbeit setzt das Einverständnis der Eltern voraus. 
  • Bei der Erarbeitung von Förder- und Übungsangeboten ist darauf zu achten, dass die Familien mit Vorschulkindern bzw. die Jugendlichen gut angeleitet und instruiert und die Förder- und Übungsangebote sinnvoll umgesetzt werden können. Die neuentwickelten Angebote sind regelmässig kritisch auf deren fachlichen Nutzen zu hinterfragen.

Können zurzeit Erstberatungen durchgeführt werden?

  • Erstberatungen können telefonisch oder online durchgeführt und dem Amt für Jugend und Berufsberatung (AJB) in Rechnung gestellt werden. 
  • Die Eltern können von den durchführenden Erstberaterinnen und -beratern dazu motiviert werden, vorgängig zum telefonischen Erstberatungstermin Audio- oder Videodateien mit Sprach-, Spiel- oder Verhaltensbeispielen ihres Kindes zu erstellen und ihnen zuzustellen.
     

Wo finde ich weitere Informationen zu Beratung auf Distanz?

  • Die Hochschule für Heilpädagogik (HfH) bietet aus aktuellem Anlass eine Hotline sowie ein Beratungsangebot zu Fragen des Fernunterrichts und der Förderung und Begleitung von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf und deren Familien an. Zum Beratungsteam gehören auch Fachpersonen aus der Heilpädagogischen Früherziehung und der Logopädie im Vorschulbereich: https://www.hfh.ch/
  • Verschiedene Tools für die Online-Beratung finden Sie unter: https://www.lernentrotzcorona.ch/
     

Wie sieht die Leistungsabrechnung während dieser ausserordentlichen Lage aus?

Wie im Rundschreiben vom 24. März 2020 kommuniziert, arbeitet das Amt für Jugend und Berufsberatung (AJB) mit Hochdruck an einer Lösung für den entstehenden Erwerbsausfall aufgrund der Corona-Krise. Die Lösung soll für alle Leistungsanbieterinnen und -anbieter, unabhängig ihrer Organisationsform (Institutionen und freischaffende Leistungsanbietende), gelten. Wir werden Sie so rasch wie möglich informieren und bitten um Ihre Geduld.

Wie werden zurzeit Abklärungen und Massnahmenverlängerungen durchgeführt?

An beiden Fachstellen Sonderpädagogik werden weiterhin Abklärungen telefonisch, online oder sur dossier durchgeführt. Durch diese Massnahmen sollen die Wartlisten nicht weiter ansteigen und freiwerdende Therapieplätze können mit bereits abgeklärten Kindern bzw. Jugendlichen wieder besetzt werden.

Logopädie

  • Die Fachstellen Sonderpädagogik bzw. Abklärungsstellen Logopädie stellen vorübergehend und soweit möglich auf einen diagnostischen Prozess per Telefon und online mit Eltern und den zuweisenden Stellen um. 
  • Bei genügender Datengrundlage sind wie bisher Massnahmenentscheide sur dossier möglich. 
  • Bei unklarer Therapieindikation werden die Kinder bzw. Jugendlichen nach Wiederaufnahme der regulären Abklärungstätigkeit zu einer Abklärung vor Ort eingeladen.
  • Massnahmenverlängerungen werden wie bisher in der Regel sur dossier entschieden.

HFE

  • Bei genügender Datengrundlage sind Massnahmenentscheide sur dossier möglich. 
  • Bei ungenügender Datengrundlage wird anstelle eines Diagnostikauftrags ein Beratungsangebot von 6 Monaten im Umfang von 24 Stunden empfohlen, sofern die Eltern dies wünschen. 
  • Im Einzelfall werden Aufträge für externe HFE-Diagnostik erteilt, wenn die entsprechenden Abklärungen ohne 1:1-Kontakt möglich sind (d.h. bei umfeldbezogenen Fragestellungen).

Für weitere Fragen

Hotline BAG: 058 463 00 00

Volksschulen:
corona@vsa.zh.ch

Mittel- und Berufsfachschulen:
Fachleitung Gewaltprävention und Sicherheit, infosuchtpraevention@mba.zh.ch

Krippen:
kitaszuerich@ajb.zh.ch

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