Gemeinsame Verantwortung für eine leistungsfähige Berufsbildung im Gesundheitswesen

30.11.2010 - Medienmitteilung

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An der Konferenz Berufsbildung Zürich diskutierten Regierungsrätin Regine Aeppli, Regierungsrat Thomas Heiniger und Nicolas Galladé, Stadtrat von Winterthur, zusammen mit Vertreterinnen und Vertretern aus Gesundheit, Bildung und Verwaltung Fragen zur Berufsbildung im Gesundheitswesen. Verabschiedet wurde ein 4-Punkte-Programm.

Die Regelung der Berufsausbildung im Gesundheitswesen wurde 2002 dem neuen Berufsbildungsgesetz des Bundes unterstellt. Im Kanton Zürich wurde in der Folge die Zuständigkeit für die Ausbildung von der Gesundheitsdirektion auf die Bildungsdirektion übertragen. Die Reorganisation der Berufsbildung führte zur Neupositionierung bestehender und zur Schaffung von neuen Ausbildungen auf der Stufe der beruflichen Grundbildung, der Höheren Fachschule und der Fachhochschule.

Die Bilanz an der Berufsbildungskonferenz zeigte, dass sich das neue differenzierte Bildungsangebot an den vielfältigen Anforderungen der Praxis orientiert, dass die Berufe attraktiv und beliebt sind und zahlreiche Karrieremöglichkeiten bieten. Einig war man sich auch, dass die Ausbildungen weiterhin auf den wachsenden Bedarf an Fachleuten auszurichten sind: Gemäss den Prognosen wird der Bedarf an Gesundheits- und Pflegeversorgungsleistungen vor allem aufgrund der demografischen Entwicklung noch zunehmen. Zudem gibt es noch immer zu wenig Ausbildungsplätze für die Berufe der Fachperson Gesundheit (FaGe) und Betreuung (FaBe) und noch ist die Nachfrage nach Praktikumsplätzen für Bildungsgänge auf der Tertiärstufe zu gering.

Um den Nachwuchs verstärkt zu fördern, beschlossen Bildungsdirektorin Regine Aeppli, Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger und der Winterthurer Stadtrat Nicolas Galladé zusammen mit Vertreterinnen und Vertretern aus den Bereichen Gesundheit, Bildung und Organisationen der Arbeitswelt (OdA) Gesundheit ein 4-Punkte-Programm. Die Konferenz steht damit ein für eine leistungsfähige Berufsbildung und für gezielte Nachwuchsförderung im Gesundheitswesen. Sie bekennt sich zudem zu einer breiten, Laufbahn unterstützenden Förderung der im Gesundheitswesen des Kantons Zürich Tätigen.


Folgende vier Empfehlungen wurden verabschiedet:

Nachwuchsförderung

Es sollen für alle Ausbildungsniveaus genügend geeignete Bewerberinnen und Bewerber gesucht werden. Das vorhandene Personal soll verstärkt gefördert und mit attraktiven Aufgaben und Perspektiven im Beruf gehalten werden. Wieder- oder Quereinsteigende zwischen 35 und 45 Jahren sollen mit spezifischen Bildungsangeboten gewonnen werden. Die Organisationen der Arbeitswelt (OdA) Gesundheit Zürich, die Gesundheits- und die Bildungsdirektion unterstützen die Umsetzung entsprechender Ausbildungsmodelle und setzen sich für deren nationale Anerkennung ein. Das Profil Naturwissenschaft der Fachmittelschule wird um den Bereich Gesundheit ergänzt. Die Grundlagen werden in Zusammenarbeit mit der OdA Gesundheit Zürich und der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) erarbeitet.

Marketing – mehr Information und Werbung

Durch eine aktive Information und Kommunikation sollen alle Zielgruppen – Jugendliche und junge Erwachsene, Wieder- und Quereinsteigende – angesprochen werden. Die bereits laufende Werbekampagne zu den Berufen am Puls des Lebens (www.puls-berufe.ch) soll weitergeführt werden. Speziell beworben werden soll die um den Bereich Gesundheit ergänzte Fachmittelschule Naturwissenschaften. Gemeinsam mit dem Bundesamt für Berufsbildung und Technologie soll die internationale Anerkennung der Abschlüsse angestrebt werden.

Verbesserung der Datenbasis

Die heutige kantonale Datenbasis zur Steuerung und Koordination von Bildungsmassnahmen im Gesundheitsbereich ist noch mangelhaft. Um diesen Mangel zu beheben, soll eine Arbeitsgruppe, bestehend aus OdA Gesundheit Zürich, Gesundheits- und Bildungsdirektion, einen standardisierten Daten- und Informationsaustausch bis 2012 sicherstellen. Die Arbeitsgruppe soll zudem Indikatoren für das Monitoring und das Controlling festlegen.

Rolle als Arbeitgeber

Die Institutionen im Gesundheitsbereich sollen ihre Ausbildungsbereitschaft weiter verstärken und mehr Ausbildungs- und Praktikumsplätze anbieten und geeignete Konzepte zur Verbesserung der Arbeitsplatzattraktivität einführen. So soll eine Erhöhung der Verweildauer im Beruf erreicht werden. Die Bildungsdirektion, die Gesundheitsdirektion und die OdA G ZH bilden eine Arbeitsgruppe, welche die Finanzierung der beruflichen Aus- und Weiterbildung im Gesundheitswesen analysiert – dies insbesondere im Hinblick auf die veränderte Pflege- und Spitalfinanzierung und einen zweckgebundenen Einsatz des Geldes.

(Medienmitteilung der Bildungsdirektion und der Gesundheitsdirektion)

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