Konferenz Berufsbildung: Erster Lehrstellenbericht und Empfehlungen an Politik und Wirtschaft

03.11.2009 - Medienmitteilung

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An der zweiten Konferenz Berufsbildung Zürich diskutierten Regierungspräsidentin Regine Aeppli, Bildungsdirektorin, und Regierungsrätin Rita Fuhrer, Volkswirtschaftsdirektorin, zusammen mit Spitzenvertreterinnen und -vertretern aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung Fragen zur Lehrstellensituation. Basis der Veranstaltung bildete der erste Lehrstellenbericht des Kantons Zürich. Die Konferenz verabschiedete dazu vier Empfehlungen an Politik und Wirtschaft.

Wichtig sei, dass die Verantwortung für eine leistungsfähige duale Berufsbildung gemeinsam getragen und auf die Bedürfnisse der Wirtschaft ausgerichtet werde, betonten Bildungsdirektorin Regine Aeppli und Volkswirtschaftsdirektorin Rita Fuhrer an der Medienkonferenz im Anschluss an die Konferenz Berufsbildung Zürich. Zusammen mit Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung haben die beiden Regierungsrätinnen an der zweiten Konferenz Berufsbildung vier Empfehlungen an Politik und Wirtschaft für eine starke duale Berufsbildung verabschiedet. Diskussionsgrundlage bildete der erste Lehrstellenbericht des Kantons Zürich. Darin wird die Lehrstellensituation, das Ausmass der Jugendarbeitslosigkeit und die Sozialhilfe bei Jugendlichen im Kanton Zürich beleuchtet. Daraus geht hervor, dass der Lehrstellenmarkt bis jetzt der Wirtschaftskrise trotzen konnte – dies auch dank des gemeinsamen Engagements aller beteiligten Partner: Die Zahl der gemeldeten Lehrstellen liegt fast 10 Prozent über dem Vorjahresstand. Zur weiteren Stärkung der dualen Berufsbildung wurden folgende vier Empfehlungen verabschiedet:

  • Lehrvertragsabbrüche vermeiden, Lehrstellen-Matching verbessern

    Rund neun Prozent aller Lehrverträge werden vorzeitig aufgelöst, davon 50 Prozent im ersten Lehrjahr statt. Empfohlen wird, dass Möglichkeiten gesucht werden, um deren Auswirkungen auf die Lehrbetriebe zu verringern. Gleichzeitig soll sichergestellt werden, dass die Vertragsauflösungen für die Jugendlichen nicht den endgültigen Ausbildungsabbruch bedeuten. Konkret soll mehr Zeit und Know-how in Beratungsgespräche, in die Berufsvorbereitung in der Oberstufe, für Elterninformationen, Schnupperlehren etc. investiert werden.
  • Internationale Unternehmen in die Berufsbildung einbeziehen

    Viele Verantwortliche in internationalen Unternehmen mit Sitz in der Schweiz kennen die grosse Bedeutung des dualen Berufsbildungssystems nicht. Im Rahmen eines breit abgestützten Projekts (mit Vertretungen aus Mittelschul- und Berufsbildungsamt, Standortförderung, Handelskammern, Arbeitgeber- und Berufsverbänden) sollen internationale Unternehmen verstärkt für die Berufsbildung gewonnen werden.
  • Brückenangebote besser steuern

    Bereits fast 25 Prozent aller Schulabgängerinnen und -abgänger ohne Lehrstelle besuchen heute ein Brückenangebot. Es ist zu prüfen, wie diese Entwicklung zu steuern ist. Die von der Bildungsdirektion angebotenen Berufsvorbereitungsjahre und die Motivationssemester, welche die Volkswirtschaftsdirektion anbietet, ergänzen sich sehr gut. Dennoch soll die amtsübergreifende Zusammenarbeit weiter optimiert werden, indem die involvierten Ämter die Bedarfsplanung besser miteinander abstimmen.
  • Zusammenarbeit zwischen allen beteiligten Institutionen verbessern

    Die Berufsbildung wird gemeinsam von Bund und Kantonen, Organisationen der Arbeitswelt, Wirtschaft und Gesundheitsinstitutionen getragen. Die Zusammenarbeit zwischen allen beteiligten Institutionen soll gezielter gestaltet werden.

(Medienmitteilung der Bildungsdirektion)

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